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Projektkultur und Lebenszyklusoptimierung

Schmierstoff für eine lebenszyklusorientierte Projektabwicklung

Üblicherweise richtet sich bei Projekten die meiste Aufmerksamkeit auf die sogenannten hard facts, wie dem fachlichen Wissen, der technischen Kompetenz usw.  Der Pflege des Faktors “zwischenmenschliche Zusammenarbeit” wird jedoch kaum Bedeutung beigemessen, obwohl er wesentlich zum späteren Projekterfolg beiträgt.

Dieses und weitere Themen wurden beim Pressegespäch der IG Lebenszyklus Hochbau am 3. März in Wien diskutiert. Die Projektkultur ist das Schwerpunktthema 2015 des Vereins. Die für eine entsprechende Projektkultur notwendigen Grundlagen werden im Rahmen der Arbeitsgruppe „Projektkultur – Schmierstoff für eine lebenszyklusorientierte Projektabwicklung“ entwickelt, die von Wolfgang Kradischnig, DELTA, geleitet wird. In Kooperation mit der 2014 gegründeten „Initiative Kulturwandel Bau“ soll insbesondere mit Praxisbeispielen gearbeitet werden, die aufzeigen, welche zwischenmenschlichen Faktoren zum Erfolg bzw. Misserfolg eines Projekts beigetragen haben. Die Verbindung mit theoretischen Modellen, welche diese Faktoren erklären, soll schließlich dazu führen, Werkzeuge und Empfehlungen für eine gelungene Projektkultur zu initiieren und aufrechtzuerhalten.

Kaufmännische Effizienz und ein hoher Anspruch an die Projektkultur schließen einander jedoch nicht aus. Im Gegenteil: Möglich wird beides nur durch das jeweils andere. Denn das vorherrschende systembedingte Gegeneinander im Bauwesen verursache nicht nur Qualitäts- und Baumängel, sondern auch wirtschaftliche Ineffizienz. So das Credo der 2012 gegründeten IG Lebenszyklus Hochbau, bei der DELTA Gründungsmitglied ist. „Wenn wir effizienter werden wollen, brauchen wir eine neue Projektkultur, die auf gegenseitigem Vertrauen aller Projektpartner beruht. Es zahlt sich aus, partnerschaftlich miteinander umzugehen“, zeigt sich Karl Friedl, Sprecher der IG Lebenszyklus Hochbau, bei der Präsentation des Jahresprogramms von dem 60 Unternehmen starken Verein, überzeugt. Die Arbeitsergebnisse 2015 sollen Bauherren weitere Instrumente in die Hand geben, optimale Rahmenbedingungen für ihre Projekte zu schaffen.