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6. Bauherrenkongress: Architektur und Nachhaltigkeit für moderne Büros

Bauherrenkongress / Copyright: Moocon

Das Büro als Heimathafen mit dem „Keine-Ahnung-wofür-Raum“

LINZ. Die Digitalisierung macht uns zu Nomaden, unsere Arbeit findet zunehmend orts- und zeitunabhängig statt. Unsere Sehnsucht nach identitäts- und sinnstiftendenden Angeboten wird dabei immer größer. Das Büro der Zukunft wird in diesem Kontext zum Heimathafen, in dem verschiedene Räume und Umgebungen unser vielfältiges Tun und Denken unterstützen und vernetzen werden. Aber auch der „Keine-Ahnung-wofür-Raum“ sollten in der Architektur eingeplant werden, denn nur so kann Neues entstehen.  Unter dem Motto „Aufbruch zu neuen Arbeitswelten – Auswirkungen auf Objekte und Services“ ging der bereits 6. Bauherrenkongress von M.O.O.CON und DELTA in Kooperation mit ÖGNI am 28. Jänner erfolgreich über die Bühne. 14 namhafte Unternehmen stellten den mehr als 200 Teilnehmern ihre neuen Arbeitswelten vor.

„Brauchen wir noch Büros? Definitiv, aber sie werden anders“, schickten die Gastgeber des Tages Karl Friedl, Geschäftsführer von M.O.O.CON, und Wolfgang Kradischnig, Geschäftsführer von DELTA, gleich zu Beginn voraus. Wie radikal anders wir unsere Arbeitsumgebungen denken müssen, zeigten einige der Impulsvorträge am Podium.

Die Zukunft der Arbeit

So zum Beispiel war der Keynote-Speaker und Zukunftsforscher Harry Gatterer der Meinung, dass wir über Arbeitsplatzgestaltung und Technologie erst dann reden können, wenn wir ein neues Bild von Organisationen vor Augen haben. Dazu sei es notwendig, sich Fragen zu stellen wie: In welcher Wirtschaft operieren wir? Befinden wir uns noch immer in der Wachstums- oder eher in einer Postwachstumsphase? Was ist überhaupt ein Wirtschaftssystem und was heißt das alles für uns als Individuen und Unternehmen? Gesellschaft und Individuen müssen überhaupt viel stärker in das Denken eines Unternehmens integriert werden.

Schließlich müssen wir darauf vorbereitet sein, dass es auch anders kommen könnte, „denn Störung ist ja zu einem Grundprinzip unseres Alltags geworden.“ Deshalb müsse man auch den „Keine-Ahnung-wofür-Raum“ einplanen, in dem Neues entstehen kann, so Gatterer.

Neue Arbeitswelten am Beispiel des Erste Campus

„Wir planen immer Keine-Ahnung-wofür-Räume“, versicherte Marta Schreieck, die Architektin des Erste Campus von Henke Schreieck Architekten. Unternehmen und Abteilungen können schrumpfen oder wachsen, Büros werden zunächst klein- dann großteilig gedacht. „Wichtig ist es, neutrale aber spannende Räume mit unterschiedlichen Atmosphären zu schaffen“, so die Architektin, „in denen Nutzungsänderungen möglich sind.“ So ist der Erste Campus als ein organischer Gebäudekomplex mit einer geschwungenen Fassade konzipiert worden. Dank dieser Form sind gute Sichtbeziehungen zwischen allen Arbeitsplätzen und der Stadt entstanden – mehr als 4.000 Mitarbeiter sollen hier künftig tätig sein – und Anpassungen in der Nutzung leicht möglich.

Die IT von morgen: Neu und alt nebeneinander

Dass der eigene Arbeitsplatz zunehmend an Stellenwert verliert, erläuterte auch Arnold Koller, Geschäftsführer von DELTA, in seinem Impulsvortrag über die Auswirkungen der Digitalisierung auf Objekte und Services. „Während die Einrichtung mit einer Lebensdauer von durchschnittlich 15 Jahren und Gebäude mit rund 30 Jahren langlebig sind, prägen die Errungenschaften der IT unsere Arbeitswelt mit der Regelmäßigkeit von drei Jahren immer wieder auf’s Neue“, erklärt Arnold Koller. „Es lohnt sich daher bei der IT sechs bis neun Jahre in die Zukunft zu blicken, um potenzielle Anforderungen bereits bei der Anschaffung von Möbeln oder der Planung von Räumen zu berücksichtigen.“

Mit dem Blick auf das Kommunikationsverhalten der heutigen Jugend prognostizierte Koller, dass künftig die Kommunikation ausschließlich über Produktivnetzwerke wie Projektplattformen verlaufen wird. Das mobile Arbeiten ist alleine schon wegen der Digital Natives der Trend der Zukunft, was laut Koller den Ausbau von Cloud Computing und Funknetzwerken pushen wird, um jederzeit den Zugriff auf alle Daten sicherstellen zu können.

Industrie 4.0

Mit Chris Müller, dem Direktor für Entwicklung, Gestaltung und künstlerische Agenden in der Tabakfabrik Linz, kam ein weiterer Visionär auf die Bühne. Zwar malte der Querdenker zunächst den Teufel an die Wand, indem er mit seinen Beispielen wie 3D gedruckte Häuser oder Hotels, in denen nur noch humanoide Roboter arbeiten, die Frage aufwarf, ob wir durch unsere Erfindungen nicht den Menschen komplett wegrationalisiert hätten und quasi einen Frankenstein erschaffen hätten? Gleichzeitig setzte er aber dieser düsteren Vorstellung etwas entgegen, das humanistischer denn je klingt:

„Je mehr Technik, desto mehr Achtsamkeit, Emotion, Empathie und Handschlagqualität brauchen wir“, so der sympathische Redner. Ein radikal neues Verständnis von Mensch und Arbeit sei von Nöten. Roboter würden zwar unsere Arbeit ersetzen, aber jenseits aller Ängste, die damit verbunden sind, müssen wir dies auch als Chance begreifen. Technologische Errungenschaften bieten auch mehr Freiraum und Freizeit und damit Platz für Neues.

In angenehmer World-Cafe-Atmosphäre präsentierten im Rahmen des Kongresses 14 namhafte Unternehmen ihre neuen Arbeitswelten:

  • Automic Software | Standortwechsel | Wien | Österreich
  • Axel Springer SE | Axel Springer Neubau | Berlin | Deutschland
  • Banner GmbH | Vom Risikomanagement zur IT-Security | Linz | Österreich
  • Bildungshaus Jägermayrhof der AKOÖ | Generalsanierung | Linz | Österreich
  • Doka Österreich | Neues Arbeiten –  Doka Lab | Amstetten | Österreich
  • HOERBIGER, Wien SEESTADT | Wien | Österreich
  • HABAU Hoch- und Tiefbaugesellschaft | Cloud und Hochleistungsrechner | Perg | Österreich
  • Krankenhaus St. Elisabeth | Wien | Österreich
  • Mars Austria | Neue Bürofläche | Wien | Österreich
  • M.O.O.CON/PropellerZ | M.O.O.CON home.base | Wien | Österreich
  • Santander Consumer Bank | Relocation | Wien | Österreich
  • Tabakfabrik | Linz | Österreich
  • Telefónica Germany | Telefónica München | Deutschland
  • Wimmer Medien – Promenaden-Galerien | Linz | Österreich

Dateien:

PDF: Pressetext Bauherrenkongress 2016
JPEG: Der Bauherrenkongress mit rund 200 Teilnehmern.
JPEG: Arnold Koller (DELTA) über die Herausforderungen des digitalen Wandels.
JPEG: Keynote-Speaker Harry Gatterer (Zukunftsinstitut).
JPEG: Die Gastgeber Wolfgang Kradischnig (DELTA) und Karl Friedl (M.O.O.CON).

Medienkontakt:

Mag. Simone Pasker
DELTA
tel: 0043 (0) 50 756 166
mail: s.pasker@delta.at

Mag. Alexandra Popescu
M.O.O.CON
tel: 0043 (0) 664 837 41 16
mail: a.popescu@moo-con.com

Weitere Informationen: www.derbauherrenkongress.at